Artikel-Cover: Glutamin, was es ist und wo es vorkommt. Typografische Grafik aus dem DR.GRUNWALD Wissensbereich, Rubrik Aminosäuren-Wissen.

Glutamin: Was es ist, wo es vorkommt, was erlaubt ist

Redaktion DR.GRUNWALD · Stand: 09.2026 · Quellen am Ende

Glutamin ist die Aminosäure, die in deinem Körper am häufigsten vorkommt. Dein Körper stellt sie selbst her, und du nimmst sie zusätzlich über das Essen auf. In der EU ist für Glutamin keine gesundheitsbezogene Aussage zugelassen, also kein von der Behörde geprüfter Satz darüber, was der Stoff im Körper tut. Niemand darf dir deshalb versprechen, was Glutamin bewirkt, wir auch nicht. Hier steht deshalb, was Glutamin ist, wo es vorkommt und worauf du bei einem Präparat achten kannst.

Auf einen Blick

Frage Kurze Antwort
Was ist Glutamin? Eine Aminosäure, also ein Baustein von Eiweiß
Essentiell? Nein, der Körper bildet sie selbst (Fachleute nennen sie bedingt essentiell, dazu unten mehr)
Wo kommt sie vor? In eiweißhaltigen Lebensmitteln, tierisch wie pflanzlich
Was heißt L-Glutamin? Dieselbe Sache, L bezeichnet die natürlich vorkommende Form
Zugelassene Aussage in der EU? Keine

Was Glutamin ist

Glutamin gehört zu den zwanzig Aminosäuren, aus denen der Körper sein Eiweiß baut. Mehr dazu im Überblick Aminosäuren einfach erklärt.

Unter diesen zwanzig ist Glutamin die mengenmäßig häufigste im Blut und in der Muskulatur. Aus dieser Häufigkeit folgt nichts über die Wirkung zusätzlicher Mengen.

L-Glutamin oder Glutamin, gibt es da einen Unterschied?

Nein, gemeint ist dasselbe. Aminosäuren kommen in zwei spiegelbildlichen Formen vor, L und D. Im menschlichen Eiweiß steckt praktisch nur die L-Form, und L-Glutamin auf einer Dose ist einfach die genauere Schreibweise.

Ähnlich klingen zwei andere Begriffe: Glutaminsäure ist eine eigene Aminosäure, Glutamat ist deren Salz und als Geschmacksverstärker bekannt.

Bedingt essentiell

Neun Aminosäuren muss der Körper über die Nahrung bekommen, sie heißen essentiell. Glutamin gehört nicht dazu, der Körper baut es selbst.

Einige Aminosäuren, darunter Glutamin, bezeichnet man als bedingt essentiell. In besonderen Situationen kann der Verbrauch höher liegen als die eigene Herstellung. Das ist eine Beschreibung aus der Fachliteratur und ausdrücklich kein Hinweis darauf, dass du etwas ergänzen müsstest.

Wo Glutamin im Essen steckt

Überall dort, wo Eiweiß ist. Quark, Käse, Fleisch, Fisch und Eier liefern es, ebenso Hülsenfrüchte, Nüsse, Soja und Weizen. Eine eiweißhaltige Mahlzeit bringt also immer auch Glutamin mit, ohne dass du besonders darauf achten müsstest.

Warum du woanders so viel zur Wirkung liest

In der Europäischen Union dürfen über Lebensmittel nur gesundheitsbezogene Aussagen gemacht werden, die von der Behörde geprüft und zugelassen wurden. Die Liste der zugelassenen Aussagen steht in einer Verordnung, und Glutamin kommt darin nicht vor. Für Nährstoffe wie Magnesium gibt es solche Aussagen, für Glutamin nicht.

Untersucht wurde durchaus, die Prüfung hat nur zu keiner zugelassenen Aussage geführt. Ein Shop, der dir trotzdem eine Wirkung von Glutamin verspricht, bewegt sich außerhalb des Erlaubten.

Worauf du bei einem Präparat achten kannst

Am wichtigsten ist die Menge und worauf sie sich bezieht: auf die Tagesdosis oder auf 100 Gramm Pulver. Beide Schreibweisen sind erlaubt, der Unterschied ist groß.

Dann die Form. Reines L-Glutamin oder eine Mischung mit anderen Stoffen, beides ist in Ordnung, du solltest nur wissen, was du hast.

Und die Herkunft. Glutamin für Präparate wird üblicherweise durch Fermentation gewonnen, also mit Hilfe von Mikroorganismen aus pflanzlichen Rohstoffen. Wer sich vegan ernährt, achtet genau darauf, und viele Hersteller schreiben es auf die Packung.

In DR.GRUNWALD Muskel Relax stecken je Tagesdosis 768 mg L-Glutamin, dazu 680 mg BCAA, das sind die drei Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin, und 56,3 mg Magnesium, verteilt auf drei Kapseln. Das Produkt ist rein vegan, Inhalt wie Kapselhülle.

Woran du Übertreibung erkennst

In Shops und Foren begegnen dir zu Glutamin drei Muster immer wieder.

Aus einer Beschreibung wird ein Versprechen: Aus „die im Körper häufigste Aminosäure“ wird „besonders wichtig für“. Der erste Satz ist eine Mengenangabe, der zweite eine Wirkaussage.

Dann der Sprung von der Studie zum Produkt. Erst ein Absatz über eine Untersuchung, gleich danach der Absatz über die eigene Dose. Ausgesprochen wird der Zusammenhang nicht, gemeint ist er trotzdem, und genau das ist in der Werbung für Lebensmittel nicht zulässig.

Das dritte Muster ist die Mangel-Erzählung. „Viele Menschen nehmen zu wenig auf“ klingt nach Fakt und ist in dieser Allgemeinheit keiner. Wo ein Mangel wirklich im Raum steht, gehört die Frage zur Ärztin oder zum Arzt.

Prüfen kannst du das selbst. Die EU-Liste der zugelassenen Angaben ist unten verlinkt. Was zu einem Stoff dort nicht steht, darf dir auch niemand versprechen.

Häufige Fragen

Ist L-Glutamin vegan?

Es kommt auf die Herstellung an. Fermentativ gewonnenes Glutamin ist pflanzlich, und Hersteller, die vegan ausloben, geben das an.

Wann nimmt man Glutamin ein?

Bei einem Präparat gilt die Verzehrempfehlung auf der Packung. Bei Muskel Relax steht dort: „Täglich 3 Kapseln mit Wasser verzehren.“ Fest ist die Menge, der Zeitpunkt ist dir überlassen.

Ist mehr besser?

Nein. Die empfohlene Tagesdosis auf der Packung darf nicht überschritten werden.

Gibt es einen Test auf Glutaminmangel?

Ein solcher Wert gehört in ärztliche Hände und ist keine Frage, die ein Shop beantworten kann. Wenn dich etwas beunruhigt, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

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Quellen

  • EU-Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben: Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel, konsolidierte Fassung vom 20.08.2025, abgerufen am 24.09.2026. Glutamin ist in der Liste nicht enthalten. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:02012R0432-20250820
  • Angaben zur Zusammensetzung von DR.GRUNWALD Muskel Relax: Etikett und Rezeptur, Stand 21.06.2026 (interne Produktdokumentation).
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